Zurück zu den Wurzeln

05. Mär 2021

Vor wenigen Wochen gab Sina Graf bekannt, dass sie in der neuen Saison nicht mehr Trainerin der Damen der HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim sein wird. Ihr Nachfolger steht jetzt fest. Und er ist in der Region kein Unbekannter.

Björn Dinger, lange Zeit Spieler beim TV Kindenheim, kehrt als Übungsleiter zu seinen handballerischen Wurzeln zurück. Mit Ausnahme zweier Babypausen war Sina Graf 15 Jahre lang als Trainerin für die Nordpfälzer Wölfinnen verantwortlich. In dieser Zeit gelang es Graf, die für den TV Nieder-Olm in Rheinhessen in der damaligen Regionalliga aktiv war, die HR in der Pfalzliga zu etablieren. In dieser langen Zeit gab es zwar auch den ein oder anderen Abstieg in die Verbandsliga, der aber in der darauffolgenden Saison stets korrigiert werden konnte. Schon seit längerer Zeit bereitete Graf ihren Ausstieg als Übungsleiterin vor. Schon als Sasa Ilic gleichberechtigter Trainerkollege war, zog sie sich mehr und mehr zurück.

Eines Tages macht es bei Sina Graf klick „Leider hat uns Sasa dann verlassen und ich musste wieder in die volle Verantwortung. Das war so nicht geplant und nur eine Notlösung“, verrät die ehemalige Rückraumspielerin. Trotz der durch die Corona-Pandemie ausgefallenen Spielzeit ist es für Graf der ideale Punkt, um aufzuhören: „An irgendeinem, nicht wirklich besonderen Tag hat es klick gemacht und ich habe gemerkt, dass es richtig ist, den Stab weiterzureichen“, berichtet Graf. Wichtig sei ihr, dass die Mannschaft gut aufgestellt ist und sie das Team in guten Händen weiß. Während sich Sina Graf zukünftig beim HR-Nachwuchs mehr einbringen möchte, wird Björn Dinger das Ruder bei den Pfalzligadamen übernehmen.

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„Absolut sicher, dass er eine gute Wahl ist“

Sina Graf, die gleichzeitig noch Sportliche Leiterin für den weiblichen Bereich bei der HR ist, war bei der Auswahl ihres Nachfolgers federführend. „Wir suchten jemanden, der über ein ausgeprägtes Handball-Know-how verfügt und der dem Anspruch, den die Mannschaft an einen Trainer hat, gerecht wird. Alles das bringt Björn Dinger mit. Wir sind uns absolut sicher, dass er eine gute Wahl ist“, hält Graf große Stücke auf ihren Nachfolger. In den vergangenen Jahren war Dinger bei der JSG Mundenheim/Rheingönheim als Jugendkoordinator und für die vereinsinterne Trainerausbildung tätig, hat seine Ursprünge aber in der Handballregion, wo er beim TV Kindenheim ausgebildet wurde. Nach einem Abstecher in der Jugend zur TSG Friesenheim kehrte Dinger nach Kindenheim zurück. Seine Trainerlaufbahn begann er bei einem anderen Vorgängerverein der HR, nämlich der TSG Eisenberg, ehe er als Jugendtrainer nach Friesenheim wechselte.

Dort feierte er auch seinen größten Erfolg in seiner bisherigen Trainerlaufbahn: Mit der männlichen B-Jugend erreichter er 2013 das Final4-Turnier in Berlin. Bis 2019 trainierte der 45-Jährige zwei Jahre lang die Damen der TSG Friesenheim in der RPS-Oberliga. Parallel zu seinen Vereinstätigkeiten arbeitet er aktiv im Pfälzer Handballverband mit und ist derzeit Auswahltrainer im weiblichen Bereich. Nun steht also die Rückkehr zur HR an: „Sina hatte mich angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Damenmannschaft als Trainer zu übernehmen“, erzählt der Kindenheimer. Danach ging alles recht schnell: „Schon nach dem zweiten Gespräch waren wir uns einig.“

Dinger kennt viele Spielerinnen schon Wann Dinger und seine neue Mannschaft sich auf dem Spielfeld kennenlernen dürfen, ist wegen der Corona-Pandemie noch fraglich. „Ich hoffe, dass es bald endlich wieder losgehen kann, aber das liegt nicht in unserer Hand“, so der neue HR-Coach, dem allerdings nicht die komplette Mannschaft unbekannt ist. Mit Johanna Ebel und Lisa Wendler hat er schon in Friesenheim zusammengearbeitet. Auch Sabrina Gassen, Alina Herrmann und Carina Setzer sind ihm noch aus Jugendzeiten bekannt. Diejenigen, die ihn schon als Trainer erlebt haben, sollten wissen, auf was er als Coach Wert legt. „Ich erwarte schon eine gewisse Disziplin, regelmäßige Trainingsbeteiligung sowie eine aktive Teilnahme am Training. Teamgeist, immer bis zum Schluss zu kämpfen, bis an die Leistungsgrenze zu gehen und mit Spaß und Lust bei der Sache zu sein, gehören auch zu meinen Erwartungen. Wenn sich die Mädels daran halten, kann man mit mir sehr gut auskommen“, erzählt Dinger mit einem Schmunzeln.

Schneller Angriff, einfache Tore und kompakte Abwehr Eine kompakte Abwehr, ein schnelles Angriffsspiel und einfache Tore sind die Schlagworte, die der neue Trainer gerne sehen möchte: „Allerdings muss ich mir erst ein Bild von der Mannschaft machen und sie kennenlernen. Erst dann kann ich mehr zur taktischen Ausrichtung sagen.“ Man dürfe auch nicht vergessen, dass die HR etwa 18 Monate lang kein Spiel unter Wettbewerbsbedingungen gehabt haben wird, wenn es denn wieder losgehe. Auch unter diesem Gesichtspunkt lasse es sich nur schwer einschätzen, wo die Mannschaft denn stehe. Dinger hofft, „in der Pfalzliga eine gute Rolle spielen zu können“. Damit das auch mittel- und langfristig so bleibt, legt er viel Wert auf eine enge Verzahnung mit dem Nachwuchsbereich. „Nur mit einer guten Nachwuchsförderung können wir dauerhaft erfolgreich sein“, betont der Neuwolf.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 05.03.2021

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