Meisterschaftschance bewahrt

Handball: HR-Herren gewinnen gegen SG Lambsheim/Frankenthal mit 30:29

Im Spitzenspiel der A-Klasse gewannen die Herren der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim gegen die SG Lambsheim/Frankenthal und haben dadurch ihre kleine Chance auf die Meisterschaft gewahrt. Die HR siegte mit 30:29 (15:16). Der TuS Heiligenstein beendete die Siegesserie der Pfalzligadamen von drei Erfolgen in Folge. 20:24 (10:13) hieß es nach 60 Minuten.

Sonntagabend ist Krimizeit. Ein solcher wurde auch den Zuschauern in Eisenberg geboten. Es war ein Spiel, bei dem sich keine Mannschaft mit mehr als zwei Toren absetzen konnte, was bis in die Schlusssekunden auch so blieb. Die HR lag vor der dem Seitenwechsel stets in Front, musste aber kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Rückstand hinnehmen, der bis zur 43. Minute Bestand hatte. „Wir hatten, nachdem wir gut ins Spiel gekommen sind, im Innenblock Probleme. Dadurch haben wir es dem Gegner einfach gemacht“, fasste HR-Trainer Johannes Finck zusammen und verteilte ein Sonderlob an Torhüter Lukas Frey: „Er hat uns in dieser Phase im Spiel gehalten“.

Angetrieben vom starken Dimitri Kerber kamen die Wölfe aber zurück und führten 90 Sekunden vor dem Ende durch einen Treffer von Erek Heinz mit 29:28. Im Gegenzug gelang den Gästen wieder der Ausgleich, ehe Dimitri Kerber mit seinem fünften Treffer die HR wieder in Front warf. Eine Zeitstrafe für Erek Heinz brachte die Gäste für den letzten Angriff in Überzahl. Allerdings konnten die Vorderpfälzer diese nicht nutzen. „Wir haben die beiden Punkte letztlich zurecht erobert“, meinte Johannes Finck stolz. Während Lambsheim/Frankenthal durch die Niederlage wohl raus aus dem Meisterrennen sind, geht es nun in einen Dreikampf, bei dem der Tabellenführer HSG Eckbachtal 2 wohl die besten Karten hat. Einen Zähler dahinter rangiert die TSG Friesenheim 3, einen weiteren Punkt dahinter die HR. Bei noch zwei ausstehenden Spielen dürften die Wölfe wohl nur noch Außenseiterchancen haben.

Nur ein einziges Mal in FührungEin einziges Mal waren die Nordpfälzer Wölfinnen im gesamten Spiel in Führung, als Myra Daneke zum 2:1 nach drei Minuten traf. Kurz darauf hieß es 2:6. Immer wenn die HR das Ergebnis wieder etwas offener gestalten konnte, zogen die Gäste wieder davon. So auch nach dem 7:9, als wenig darauf 7:13 auf der Anzeigentafel zu lesen war. „Es hat immer viel Kraft gekostet, wieder ranzukommen“, meinte Trainerin Sina Graf. 15 Minuten vor Spielende gelang Karolin Peter per Strafwurf sogar der Ausgleich zum 17:17. Die Erklärung dafür, dass es aber trotzdem nicht zum Sieg reichte, lieferte Sina Graf nach dem Spielende: „Wir haben von den Außenpositionen katastrophal abgeschlossen. Von beiden Seiten haben wir mindestens jeweils zehn Würfe mit leider oft ähnlichem Wurfbild vergeben“. Dass sich das gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel rächt, zeigte sich in der Schlussviertelstunde. Auch aus zwei doppelten Überzahlsituationen konnten die Wölfinnen kein Kapital schlagen. „Es wäre definitiv mehr drin gewesen. Die Abwehrleistung war absolut in Ordnung. Wir hatten es in unseren eigenen Händen gehabt, aber wir haben einfach zu wenige Tore erzielt“, bilanzierte Graf, die trotzdem Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt schöpft. „Wir gehören in diese Liga“, sagte sie voller Überzeugung.

Auch die zweite Damenmannschaft konnte ihr Spiel nicht gewinnen. Gegen die HSG Eckbachtal unterlagen sie im Derby trotz einer 11:8-Führung zur Pause noch mit 19:21.

Die Aktion „Hilfe für Andrea“, bei der die Zuschauer gebeten wurden anstatt des Eintrittspreises eine Spende zu entrichten, brachte 1.200 Euro ein, wie die Verantwortlichen der HR berichteten.

So spielten sie

Herren:
Löcher, Frey; Kuhn 6, Heinz 6/5, Kerber 5, Niclas Burton 5, Drude 3, Samuel Boger 2, Selz 1, Junghanß 1, Elias Burton 1, Seibert, Neuner.

Damen:
Steinbach, Koll; Johanna Ebel 6, Daneke 5/3, Herrmann 2, Müller 2, Peter 2/2, Weil 1, Setzer 1, Gaßen 1, Rokita, Kohlmann, Richter.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 10.03.2020