Trotz sechs Toren Vorsprung kein Sieg

Handball: Ein zwischenzeitlicher Vorsprung von sechs Toren reichte den Damen der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim nicht, um den zweiten Sieg in Folge einzufahren. Sie verloren in der Pfalzliga gegen die SG Lingenfeld/Schwegenheim mit 18:19 (12:7).

Die Herren gewannen dagegen das erste Spiel im Jahr 2020. Gegen den TB Assenheim gewannen sie mit 34:29 (16:16) und verteidigten damit die Tabellenführung in der A-Klasse.

Die Revanche für die bisher einzige Saisonniederlage ist geglückt. Der Sieg gegen Assenheim war aber ein hartes Stück Arbeit. Vier Minuten vor dem Ende erzielten die Gäste das 30:29. Erst vier Treffer in Serie sicherten den Nordpfälzer Wölfen den letztlich doch klaren Erfolg. „Es war eine gute Antwort der Mannschaft auf das letzte Spiel, auch wenn wir nicht ganz zufrieden sein können“, sagte HR-Coach Johannes Finck.

Technische Fehler und frei verworfene Abschlüsse haben, so Finck, den Gegner lange im Spiel gehalten. „Aber auch ein solch über 60 Minuten intensives Spiel muss erst einmal gewonnen werden“, lobt Finck sein Team. Lediglich beim 0:1 lagen die Wölfe hinten, ansonsten führten sie stets ohne sich allerdings mit mehr als drei Treffern absetzen zu können. Mit Felix Selz, Marc Kuhn, Dimitri Kerber und dem souveränen Siebenmeterschützen Erek Heinz trafen gleich vier Akteure mindestens sechs Mal gegen einen nicht aufgebenden Gegner. Dies freute auch Finck: „Es war sehr gut, das in verschiedenen Spielphasen immer verschiedene Spieler besondere Verantwortung übernommen haben. Das hat uns letztlich zum Sieg geführt.“

Diese Niederlage tut weh. Lange Zeit schienen die HR-Frauen auf der Siegerstraße zu sein. Myra Daneke erzielte in der 32. Minute das 13:7. Bis dahin zeigte die HR eine bärenstarke Leistung. „Wir hatten in der ersten Hälfte absoluten Zugriff auf das Spiel und waren auch verdient vorne“, sagte Spielertrainerin Sina Graf.

Was danach allerdings passierte, ist nur schwer zu beschreiben. „Es war plötzlich eine andere Mannschaft auf dem Platz“, stellte Graf fest. Technische Fehler und eine mangelhafte Chancenverwertung bauten den Gegner wieder auf. „Uns war klar, dass sie nach dem Wechsel noch einmal alles probieren werden. Das haben wir auch in der Halbzeit angesprochen, aber wir konnten nichts mehr von dem, was wir ausgemacht hatten, umsetzen. Das ist richtig bitter“, haderte die Übungsleiterin.

Zu allem Übel monierte Graf, dass ihr Team einige Siebenmeter hätte bekommen müssen. „Ich hinterfrage aber, welche Impulse ich von der Bank noch hätte geben können“. Alles Klagen hilft nichts, auch wenn ein Unentschieden möglich gewesen wäre. Mit dem Abpfiff der ersten Halbzeit verwandelte Johanna Ebel einen direkten Freiwurf. Diese Chance hatte sie nach Ablauf der 60 Minuten, doch diesmal traf sie nicht. „Es hat uns heute eine Spielerin gefehlt, die das Spiel an sich gerissen hat“, bilanzierte Graf.

Auch die zweite Damenmannschaft war nicht erfolgreich. Schon früh geriet sie mit 3:9 ins Hintertreffen, um am Ende trotz einer Aufholjagd mit 20:22 (9:12) gegen den SC Bobenheim-Roxheim 2 zu verlieren.

So spielten sie

Herren:
Löcher, Frey; Kuhn (8), Heinz (7/5), Selz (6), Kerber (6), Niclas Burton (3), Neuner (2), Seibert (1), Elias Burton (1), Drude, Samuel Boger, Junghanß.

Damen:
Steinbach, Koll; Johanna Ebel (5), Müller (4), Setzer (2), Gaßen (2), Daneke (2/1), Peter (1), Herrmann, Weil, Graf.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 28.01.2020