Nervosität und Wurfschwäche

HANDBALL: Ohne Sieg sind die ersten Heimspiele der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim im neuen Jahr beendet worden. Zuerst unterlagen die Damen in der Pfalzliga dem VTV Mundenheim II mit 15:18 (7:12), dann mussten sich die Herren im Spitzenspiel der A-Klasse mit einem Remis begnügen: 24:24 (11:13).

EISENBERG. HR-Trainer Johannes Finck nahm schon nach zwölf Minuten eine Auszeit. 1:5 stand es zu diesem Zeitpunkt für seine Mannschaft. „Das war allerdings weniger der Stärke Friesenheims geschuldet als unserer Nervosität“, meinte er. Gestützt auf einen überzeugenden Timo Löcher im Tor konnte sich das Team bis zur Pause auf zwei Treffer herankämpfen. Trotzdem sahen die Gäste 15 Minuten vor Schluss mit 20:15 wie der sichere Sieger aus. „Ich habe hohen Respekt vor meiner Mannschaft, dass sie den Kampf angenommen hat und immer wieder versucht hat, ihre Performance auf die Platte zu bringen“, so Finck.Nach dem Ausgleichstreffer durch Felix Selz zum 21:21 kurz vor Ende gingen die Gäste ständig mit einem Treffer in Führung, ehe es wenige Sekunden vor Ende einen Strafwurf für die Wölfe gab. Nachdem der etatmäßige Schütze Erek Heinz zweimal vom Siebenmeterpunkt vergeben hatte, trat Elias Burton an, der den Wurf nervensicher im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Mit dem einzigen ausgeglichen Spielstand der kompletten Begegnung sicherten sich die Wölfe einen wichtigen Zähler im Aufstiegskampf und verteidigten dadurch auch die Spitzenposition in der A-Klasse.

Bis zum Ausgleichstreffer zum 4:4 von Myra Daneke nach 13 Minuten lief das Spiel noch nach den Vorstellungen der Nordpfälzer Wölfinnen, danach allerdings nicht mehr. Zwölf Minuten ohne eigenen Treffer nutzten die Gäste zu einer komfortablen 9:4-Führung. Spätestens beim 7:15 nach 36 Minuten war klar, dass die HR nicht den erhofften Heimsieg würde einfahren können. „Wir produzierten viel zu viele Fehler“, meinte HR-Spielertrainerin Sina Graf. Sie bemängelte die Wurfschwäche. So wurden etliche Bälle komplett am Tor vorbei geworfen. „Dazu kamen Ungenauigkeiten und Aussetzer in unserem Spiel“, kritisierte Graf, die die kurzfristig verhinderte Linkshänderin Anette Rokita schmerzlich vermisste.

18 Gegentreffer sprechen eigentlich für eine gute Defensivarbeit. „Da gibt es auch nichts zu meckern“, so Graf, meinte aber auch: „Mit 18 Gegentreffern muss man ein Spiel einfach gewinnen“. Zu allem Überfluss erwischte Johanna Ebel keinen guten Tag und scheiterte oft mit ihren Wurfversuchen. Trotzdem kamen die Wölfinnen 100 Sekunden vor Schluss noch auf 15:17 heran. Mehr als Kosmetik war das aber nicht. Positiv für Graf. „Auch wenn es am Ende nicht reichte, hat sich das Team immer wieder zusammen gerauft.“

Auch das Zweite Damenteam konnte ihr Spiel nicht gewinnen. Sie unterlag in der A-Klasse der FSG Waldsee/Speyer 2 mit 26:27 (13:10).

So spielten sie

Herren:
Löcher, Frey; Kuhn (6), Heinz (4/4), Selz (3), Elias Burton (3/2), Kerber (2), Besch (1), Niclas Burton (1), Seibert (1), Drude (1), Neuner (1), Boger (1).

Damen:
Steinbach, Koll; Müller (5), Daneke (3/2), Graf (3/3), Peter (1), Weil (1), Ebel (1), Gaßen (1), Kohlmann, Herrmann, Schafar, Setzer.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 14.01.2020