Unterschiedliche Gefühlswelten

Handball: HR-Herren verteidigen Spitzenposition – Damen bleiben Vorletzter

Göllheim. Die letzten Spiele im Kalenderjahr brachten für die Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim einen Sieg und eine Niederlage. Die Herren verteidigten ihre Tabellenführung durch ein 21:19 (11:12) beim TV Rheingönheim. Bei der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam II unterlagen die Damen mit 25:32 (11:18) und gehen als Vorletzter der Pfalzliga in die Winterpause.

Die Nordpfälzer Wölfe starteten mit einem wichtigen Erfolg in die Rückrunde. Dabei machten sie sich das Leben aber unnötig schwer. Obwohl sie das bessere Team waren, machte sich diese Überlegenheit nicht auf der Anzeigetafel bemerkbar. „Die Mannschaft hat lange gebraucht, um ihre Stabilität zu finden. In der Abwehr waren wir zu Beginn zu träge und vorne haben wir nur halbherzig abgeschlossen“, kennt HR-Coach Johannes Finck die Gründe für das enge Spiel.

Tatsächlich lagen die Hausherren 12:10 in Front, ehe die Wölfe mit einer Fünferserie die Führung übernahmen und diese bis zum Schluss auch nicht mehr abgaben. 16 Minuten lang kassierte die HR in dieser Phase keinen Gegentreffer. Ein Verdienst des starken Innenblocks Dimitri Kerber und Felix Selz, wie Finck lobte. „Nicht nur diese beiden, sondern auch die Halbverteidiger Alexander Drude und Justus Dhom sowie Timo Löcher im Tor spielten stark“, so der Trainer. So fielen am Ende drei vergebene Strafwürfe ebenso wenig ins Gewicht wie die laut Finck schlecht vorgetragene zweite Welle. Ein Sonderlob verteilte Finck an Erek Heinz und Marc Kuhn. Letzterer stellte sich mit einem Bänderriss in den Dienst der Mannschaft.

Damen chancenlosKeine Chance hatten die HR-Damen bei ihrem Gastspiel in Bellheim. Lediglich nach einem Siebenmetertreffer von Sina Graf lag die HR zu Beginn mit 1:0 in Front. Die Entscheidung zugunsten der Südpfälzerinnen fiel schon früh, als diese von 10:8 auf 15:8 davonziehen konnten. „Unser Plan wurde leider schon vor dem Spiel über den Haufen geworfen“, bedauerte HR-Spielertrainerin Sina Graf. Johanna Ebel, die oberligaerfahrene Leistungsträgerin, meldete sich nämlich kurzfristig krank und konnte nicht zum Einsatz kommen.

Da Sina Graf selbst nun den Fokus mehr auf das Traineramt legt, war der Rückraum der Wölfinnen stark dezimiert. „In Summe hatten wir keine Chance. Der letzte Kick hat gefehlt“, resümierte Graf. Besonders in der Defensive erwischte die HR einen rabenschwarzen Tag. „Da stimmte einfach gar nichts. Wir wurden mit den einfachsten Mitteln ausgespielt und haben es den Gegnern sehr einfach gemacht. Das war richtig bitter“, haderte Graf. Einziger Lichtblick war die tadellose Ausbeute vom Siebenmeterpunkt sowie die gute Ausbeute von den Außenpositionen. „Wir machen jetzt zwei Wochen Pause, in denen ich mir zusammen mit Patrick Dermody überlege, welche Änderungen wir vornehmen wollen“, gibt Graf einen Einblick in die kommende Zeit. Der Kampf um den Klassenverbleib soll nämlich in der Rückrunde ein positives Ende nehmen.

So spielten sie

Herren:
Löcher, Frey; Heinz (7/2), Kerber (6), Kuhn (4), Drude (4), Dhom, Neuner, Selz, Boger, Grum, Elias Burton.

Damen:
Steinbach, Koll; Graf (7/5), Müller (5), Rokita (5), Richter (2), Gaßen (2), Daneke (2/1), Kohlmann (1), Setzer (1), Maren Ebel, Koch

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 17.12.2019