Eine runde Sache

Handball: Welch ein Handball-Abend: Die deutsche U17-Nationalmannschaft hat Frankreichs Team am Dienstagabend besiegt. Abseits des Spielfeldes sorgten rund 550 Zuschauer in der Göllheimer Hans-Appel-Halle für richtig gute Stimmung. Und auf der Platte boten die Deutschen beim „Mädelsabend“ Dramatik pur.

Göllheim. „Willkommen zum Mädelsabend“ lautete der Slogan zum Länderspiel der weiblichen A-Jugend zwischen Deutschland und Frankreich. Aber nicht nur die Mädels, sondern auch die Herren unter den Zuschauern haben ihr Kommen wohl nicht bereut. Die Zuschauer erlebten ein tolles Handballspiel, in dem das deutsche Team als glücklicher, aber nicht unverdienter Sieger vom Platz ging. Dabei hatten die Gäste einen guten Start erwischt. Nach elf Minuten führte Frankreich mit 7:5. In der Abwehr fand das Team von Bundestrainer Maik Nowak keinen Zugriff auf die körperlich starken Gegnerinnen. Besonders die robuste Kreisläuferin machte der Abwehr das Leben schwer. Doch die deutschen Spielerinnen steigerten sich. Vor allem Torhüterin Rena Keller brachte Frankreichs Nachwuchs mit tollen Paraden zur Verzweiflung. Lohn war die 15:12-Führung zur Pause. Nach dem Seitenwechsel baute Deutschland die Führung auf 20:14 aus. Man wähnte sich schon auf der Siegerstraße.

Ein Spiel auf Messers SchneideNach 47 Minuten war der Vorsprung aufgebraucht – 21:21. „Für die Zuschauer war es sicherlich toll, dass es noch einmal so spannend wurde. Wir haben das aber nicht absichtlich gemacht“, sagte Bundestrainer Maik Nowak, der am Ende doch gut lachen hatte: 60 Sekunden vor Schlusspfiff erzielte Antonia Herzig die Führung für ihre Mannschaft. Frankreich bekam zwar noch einen Strafwurf zugesprochen, doch Torfrau Leonie Kuntz parierte – und hielt damit den deutschen Sieg fest.„Tolle Atmosphäre“Bundestrainer Nowak zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft „nicht unzufrieden, wenngleich natürlich auch nicht alles gut war und wir eine hohe Fehlerquote hatten. Stellenweise haben wir nicht gut verteidigt. Aber wir sind natürlich sehr froh, das Spiel trotzdem gewonnen zu haben“, sagte Nowak, der sich beeindruckt zeigte von der Stimmung in Göllheim: „Es war eine richtig tolle Atmosphäre. Das ist nicht selbstverständlich.“ Für seine Spielerinnen sei ein Spiel vor solch einer Kulisse eine besondere Erfahrung. „Ich denke, sie haben das auch mit einem guten Spiel zurückgezahlt.“ Absolut zufrieden war der Bundestrainer auch mit den Rahmenbedingungen im Trainingslager in Eisenberg und Göllheim: „Es wird uns quasi jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Wir fühlen uns hier absolut wohl. An dieser Stelle ein Riesenkompliment an den Veranstalter“, lobte Nowak das Organisationsteam.

Publikum übertrifft ErwartungenEbenfalls glücklich äußerte sich Jürgen Dhom, einer der Organisatoren: „Mit 400 Zuschauern haben wir gerechnet. Dass es weit über 500 waren, ist richtig klasse.“ Dem konnte Johannes Finck nur beipflichten. „Es war alles klasse organisiert. Nochmals einen großen Dank an die Verwaltung, die Schulen und alle Helfer. Ohne deren Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen“, betonte Finck, der sich freute, ein solches Spiel in Göllheim anbieten zu können.

Nachwuchs zeigt sich begeistertDas Spiel fand auch – das war eines der Hauptziele – großen Anklang beim Handballnachwuchs. Nina Ultes, Zita Gyürki und Lilith Wachsmuth spielen alle in der C-Jugend der HR und waren schon vor dem Spiel ganz aufgeregt. „Ich finde es klasse, dass ein Länderspiel bei uns auf dem Dorf durchgeführt werden kann“, meinte Gyürki. Ihre Freundin Nina Ultes zog aus diesem Spiel auch eine gewisse Motivation für sich selbst, während Lilith Wachsmuth es toll fand, „zu sehen, wie die älteren Spielerinnen trainieren und spielen. Da können wir alle etwas lernen“ . Alle drei waren beeindruckt von der Intensität und Motivation der deutschen Mannschaft – auch beim Training. Nach dem Spiel waren die „Jungwölfinnen“ total begeistert. „Es war so unglaublich spannend. Es hat total Spaß gemacht“, sagten sie unisono. Das erste von drei Länderspielen zwischen Deutschland und Frankreich war eine runde Sache.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 21.03.2019
Foto: Stepan

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