„Ehrgeiz hat gefehlt“



HANDBALL: Wölfinnen gewinnen und bleiben Erste – Männer verlieren gegen SG Dudenhofen/Schifferstadt

Für die Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim hat es am Sonntag keine Überraschungen gegeben: Die Damen gewannen ihr Auswärtsspiel beim TSV Iggelheim mit 18:13 (14:8) und bleiben dadurch Spitzenreiter in der Verbandsliga. Die Herren konnten die Aufstiegsfeier der HSG Dudenhofen/Schifferstadt nicht verhindern. Sie unterlagen mit 23:35 (14:13).

Die Nordpfälzer Wölfinnen gehören zu den Gewinnern des Spieltags. Die Aufstiegskonkurrenten Dansenberg, Thaleischweiler und Hauenstein/Rodalben patzten, sodass die HR den Vorsprung auf Rang drei auf drei Zähler vergrößern konnte. HR-Coach Sasa Ilic war besonders von der Abwehrarbeit seiner Mannschaft angetan. „Unsere Abwehrarbeit war heute hervorragend. Ein ganz großes Kompliment an die Mädels“, lobte Ilic nach Spielende. Acht Gegentore in der ersten Hälfte, nur fünf nach dem Seitenwechsel. „Eine sehenswerte Vorstellung“, sagte Ilic.Wenig sehenswert war allerdings die Offensivdarbietung der Wölfinnen in Hälfte zwei. Nur vier Treffer gelangen ihnen in den letzten 30 Minuten. „Unser Angriff fand da nicht statt. Das war Standhandball ohne jegliche Bewegung“, haderte Ilic, der auf einen deutlicheren Sieg gehofft hatte. „Da hat der Ehrgeiz gefehlt, den Gegner auch mal ein Stück weit abzuschießen.“ Allzu hoch möchte er diesen Makel aber nicht hängen. Schon früh war die Partie entschieden. 7:2 führte die HR nach zwölf Minuten. „In der Summe war das schon ganz gut“, meinte Ilic. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Vanessa Steinbach kurz vor Schluss, als die Torhüterin auf einen Ball trat und umknickte. „Hoffentlich nichts Schwerwiegendes“, sagte der Trainer.

Die Partie der Nordpfälzer Wölfe erinnerte an den Spielverlauf des Hinspiels. Damals wie am Sonntag konnte die HR dem Favoriten eine Halbzeit lang Paroli bieten. Doch nach der 14:13-Pausenführung ging den Wölfen, die nur einen Ersatzspieler hatten, die Luft aus. „In der ersten Hälfte haben wir sehr clever agiert. Besonders spielerisch konnten wir gut dagegen halten“, meinte Andreas Knecht, Co-Trainer der HR. Zu Beginn lag sein Team fast immer in Führung: 4:3, 7:4, 9:6, 10:8. „In der zweiten Halbzeit war die Kraft der spielentscheidende Faktor. Da hatten wir nichts mehr entgegenzusetzen“, stellte Knecht fest. Die Gastgeber hatten leichtes Spiel und kamen durch Gegenstöße immer wieder zu leichten Treffern. Auch der neue Torhüter der Wölfe, Timo Löcher, konnte die Niederlage nicht verhindern. Löcher pausierte die vergangenen Jahre und war vorher in Friesenheim und Worms aktiv. Allzu oft ließen ihn seine Vorderleute im Stich.

Durch diesen Erfolg steht die HSG Dudenhofen/Schifferstadt als erster Aufsteiger in die Pfalzliga fest. Die HR konnte nur 30 Minuten lang den Spielverderber geben. 30 Minuten, die aber Mut für die restlichen Spiele geben. Allerdings gewannen die Abstiegskonkurrenten der Wölfe ihre Spiele, sodass der Rückstand auf das rettende Ufer bei noch fünf Spielen bereits sechs Punkte beträgt.

So spielten sie:

Damen:
Steinbach; Graf (10/6), Herrmann (2), Schafar (2), Ludwig (2), Setzer (1), Ecker (1), Peter, Bornewasser.

Herren:
Kaiser, Griebe, Löcher; Stark (6/2), Ebel (5), Selz (5), Kuhn (4), Niclas Burton (2), Weigel (1), Yannik Boger.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 13.03.2019