U18-Nationalteams weichen nach Göllheim aus

HANDBALL: Begegnung zwischen Deutschland und Frankreich muss verlegt werden – In Speyer keine Halle frei

Die Stadt Speyer habe anscheinend kein Interesse, ein Länderspiel der weiblichen A-Jugend in der Osthalle auszutragen. Das hat Klaus Bethäuser, Lehrwart des Pfälzer Handballverbands, gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ gesagt. Deshalb wird die Begegnung der A-Juniorinnen aus Frankreich mit dem deutschen U18-Nationalteam jetzt in Göllheim ausgetragen

Bethäuser ist nach eigenen Angaben seit Jahren Ansprechpartner des Deutschen Handballbunds (DHB), wenn es um die Vergabe derartiger Partien in die Pfalz gehe. Zuletzt organisierte er im Sommer 2016 das Duell zwischen den Mädchen aus Kroatien und Deutschland in der Osthalle. Auch jetzt erreichte den Speyerer wieder eine Anfrage des Verbands. Es ging um den Besuch der A-Juniorinnen aus Frankreich, verbunden mit drei Länderspielen. Bethäuser plante nach Rücksprache mit dem deutschen Nationaltrainer der Unter-17/-18-Jährigen, Mai Nowak, ein internationales Match für Dienstag, 19. März (19.30 Uhr), in der Domstadt. Bethäuser: „Auch mit der Übernachtung in der Jugendherberge war schon alles klar. Training hätte in Haßloch sein können.“ Doch die Verwaltung habe ihm mitgeteilt, dass die Osthalle belegt sei. Bürgermeisterin Monika Kabs bestätigte das entsprechende Telefonat mit Bethäuser: „Das hatte mir das Schulamt, das für die Hallenvergabe zuständig ist, so mitgeteilt“, sagte sie. Danach habe sie von Seiten des Organisators nichts mehr gehört. Sie habe als Ausweichhalle Schifferstadt vorgeschlagen. „Ich kann es als Speyererin sehr gut nachvollziehen“, kommentierte sie Bethäusers Überlegung.Dieser fragte beim TSV Speyer, der die Halle unter anderem für seine Hand- und Basketballer nutzt, wegen des Termins nach: „Es ist ein TSV-Trainingstag“, sagte er. Er denkt, dass der Termin freizubekommen gewesen wäre. Er habe die Sache nicht weiterverfolgt. „Das ist mir zu blöd. Ich bin nicht auf Speyer angewiesen. Es ist aber schade. Es wäre eine gute Sache geworden. Ein Länderspiel in Speyer gibt es nicht jeden Tag. Ich werde mit Speyer keine Geschäfte mehr machen.“ Auch TSV-Vorsitzende Angelika Wöhlert hätte sich noch mal einsetzen wollen.

Das Duell gibt es nun am 19. März in der Hans-Appel-Halle in Göllheim, ein Domizil der Handballregion Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim, den Nordpfälzer Wölfen. Übernachtet wird im Waldhotel in Eisenberg, trainiert in Göllheim.

Der Vorgänger-Jahrgang der deutschen A-Jugend gewann 2018 zum ersten Mal überhaupt die Europameisterschaft. Nun treten die 2002 und 2003 Geborenen an. Am Donnerstag, 21. März, soll der zweite Vergleich in Ludwigshafen folgen. Bethäuser schwebt eine Partie in der Friedrich-Ebert-Halle vor dem Bundesligaspiel der Eulen Ludwigshafen gegen den TBV Lemgo (19 Uhr) vor. Anpfiff wäre um 15.30 oder 16 Uhr. Den Abschluss bildet ein Kräftemessen in Rodalben am Samstag, 23. März (voraussichtlich 14.30 oder 15 Uhr).

Eine offizielle Bestätigung des DHB für die Termine liegt laut Bethäuser noch nicht vor, sei aber angesichts der jüngsten Frauen-Europameisterschaft und der nahen Männer-WM in Deutschland sowie Dänemark auch nicht zu erwarten gewesen. Mit Coach Nowak sei alles klar: „Das klappt, außer Frankreich sagt ab. Das glaube ich aber nicht.“

Weitere Bethäuser’sche Projekte nehmen noch konkretere Formen an. Für 40 Pfälzer Handballer organisierte er wieder eine Reise zur WM. Los geht es am Donnerstag, 24. Januar. Tags darauf stehen in der Hamburger Barclaycard-Arena die Halbfinals an (17.30 und 20.30 Uhr), am Samstag und Sonntag im dänischen Herning in der Jyske Bank Boxen die Entscheidungen um die Plätze eins bis acht.

Auch das Trainersymposium in Schifferstadt steigt wieder: von Freitag, 21., bis Sonntag, 23. Juni. Noch stehen nicht alle der stets namhaften Referenten aus der Bundesliga fest. „Das Symposium fällt in die handballfreie Zeit. Da sind einige Trainer im Urlaub“, erklärt Bethäuser, ist aber zuversichtlich, das Programm in den nächsten Tagen erstellen zu können.

Martin Erbacher, Rheinpfalz vom 05.01.2019