In der Abwehrarbeit noch Luft nach oben

Zwischenbilanz: Mit einem Sieg und drei Remis stehen die HR-Herren auf dem letzten Platz in der Verbandsliga

Göllheim. Mit nur einem Sieg und 5:21 Punkten belegen die Herren der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim den letzten Tabellenplatz in der Verbandsliga. Nachdem Patrick Dermody sein Traineramt Anfang Dezember aufgeben musste, muss ein neuer Trainer versuchen, die Mannschaft zum Klassenverbleib zu führen.

Die „Nordpfälzer Wölfe“ leiden noch immer unter dem personellen Aderlass nach der Saison 2016/17, als man Meister der Verbandsliga wurde. Damals suchten fast alle Leistungsträger des damaligen Teams neue Herausforderungen in der Oberliga. Das Gerüst der neuen Mannschaft besteht seitdem zu großen Teilen aus dem damaligen A-Klasse-Team. Der direkte Abstieg aus der Pfalzliga war die logische Konsequenz und auch einkalkuliert. Ein weiterer Abstieg aus der Verbandsliga eher nicht.Lediglich am ersten Spieltag konnten die „Wölfe“ in Haßloch ein Spiel gewinnen. Drei Unentschieden kamen im Laufe der Hinrunde noch dazu. Zu wenig, um den letzten Tabellenplatz zu verlassen. Anfang Dezember musste dann auch noch Trainer Patrick Dermody aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Die Gesundheit geht vor, wie auch Eugen Kaiser, Torhüter der HR, bestätigt: „Wir, und da spreche ich für die gesamte Mannschaft, können seine Entscheidung voll und ganz nachvollziehen. Wichtig ist, dass Patrick wieder völlig gesund wird. Handball ist da nur Nebensache.“

Einen neuen Trainer hat die HR noch nicht präsentiert. „Wir arbeiten an diesem Thema und wollen in der Winterpause zu einer Lösung kommen“, bestätigt Ludger Heissler, seit kurzem Vorsitzender der Spielgemeinschaft. Die letzten beiden Spiele hat Johannes Finck, Sportlicher Leiter und zuvor mehr als zwei Jahrzehnte auf der Trainerbank, das Team betreut. „Die spielerische Qualität der Mannschaft ist auf jeden Fall vorhanden, um die Verbandsliga zu halten“, ist Finck guter Dinge für den Abstiegskampf. Er fordert aber auch: „Für Egoismen ist in dieser Situation kein Platz. Alle, also jeder Spieler wie auch das Trainerteam, müssen erkennen, dass nur durch eine engagierte Trainingsleistung und durch die Bereitschaft, immer sein Bestes zu geben, es wieder nach oben gehen kann“.

Für die kurze Zeit, in der er für die „Wölfe“ verantwortlich war, stellt er aber ein gutes Zeugnis aus: „Die Trainingsarbeit mit den Jungs zeigt, dass sie lernbereit sind. Das Spielkonzept von Patrick Dermody war mehr auf den Angriff ausgerichtet. Da sind die Spieler auch individuell sehr gut und machen vieles richtig.“ Allerdings gibt es Probleme in der Abwehr. Mit über 30 Gegentreffern pro Spiel stellt die HR auch die schwächste Defensive der Liga. „Hier stimmt die Abstimmung noch nicht. Das kommt aber automatisch, wenn die Jungs öfter auf der gleichen Position nebeneinander spielen“, meint Johannes Finck. In der A-Jugend, letztes Jahr Meister in der Verbandsliga, sieht der Sportliche Leiter großes Potenzial für die Zukunft. „Diesen jungen Spielern müssen wir das Vertrauen schenken.“

Mit diesem Wissen und durch die Tatsache, dass die anderen Jugendmannschaften ebenfalls gut dastehen, macht sich Finck um die Zukunft in der Handball-Region keine Sorgen. „Wir sind gut aufgestellt. Die sportliche Entwicklung im Jugendbereich passt. Alle Verantwortlichen um den neuen Vorsitzenden Ludger Heissler entwickeln neue Ziele. Dabei stehen der Handball und die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Auch wenn die Tabelle mal nicht so gut aussieht, werden wir eine gute Zukunft haben“, erklärt Finck. Schön wäre es ohne Frage, wenn die nahe Zukunft weiterhin Verbandsliga hieße.

Je nach Anzahl der Absteiger aus den oberen Ligen können bis zu drei Mannschaften aus der Handball-Verbandsliga absteigen. Der Abstand auf den viertletzten Platz beträgt derzeit drei Zähler. Im ersten Spiel nach der Pause am 3. Februar können die „Nordpfälzer Wölfe“ gleich einen „Big Point“ landen, wenn sie mit dem TV Offenbach II den Vorletzten und damit einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt in Grünstadt zu Gast haben.

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 21.12.2018