Wölfinnen nicht bissig genug

Handball: Frauen der Handball-Region verlieren Pokalfinale deutlich

EISENBERG/Göllheim. Die Handball-Damen der HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim haben am Samstag das Verbandspokal-Finale gegen den Ligakonkurrenten FSG Hauenstein/Rodalben deutlich mit 17:25 (8:13) verloren.

„Wir haben den Kampf nicht angenommen und konnten dem körperbetonten Spiel des Gastgebers nur phasenweise Paroli bieten“, bilanzierte der Göllheimer Coach Sasa Ilic. Er betonte weiter: „Die FSG zog das erwartete von Eins-zu-Eins-Situationen geprägte Angriffsspiel auf. Zu oft waren die Spielerinnen dabei in der Abwehr auf sich allein gestellt, anstatt diese Situationen im Verbund zu lösen.“ Zu Beginn der zweiten Hälfte musste Sina Graf mit Problemen an der Achillessehne aufgeben. Trotzdem, so der Coach, kämpfte sich sein Team bis auf 14:16 heran. Ilic: „Bei eigener Überzahl hatten wir daraufhin die Chance, den Rückstand weiter zu verkürzen, blieben allerdings torlos und mussten sogar einen Gegentreffer hinnehmen.“ Das war für den Trainer der Knackpunkt des Spiels. Er sagte weiter: „Danach lief nichts mehr zusammen, und die FSG fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Insgesamt sehr frustrierend, denn es wäre mehr drin gewesen. Wir haben jedoch in den entscheidenden Momenten zu kopflos agiert.“

Sina Graf, die rechte Hand des Trainers bei den Wölfinnen, befand: „Das Endergebnis ist definitiv zu hoch ausgefallen. Unkonzentriertheiten führten zu schnellen Kontertoren der Heimmannschaft. Unser Ziel war es, über die Abwehr ins Spiel zu finden. Das ist uns leider nur sehr selten gelungen, wie auch die hohe Anzahl der Gegentore belegt.“ Graf, mit sechs Treffern beste Torschützin der Handballregion, betonte weiter: „Leider hört man jetzt nur Wolfsgeheul. Bissigkeit und Kampfeslust in der Abwehr haben in den meisten Spielphasen leider gefehlt.“ Statt eines großen Rudels hätten zu oft Einzelkämpfer auf dem Feld gestanden, bemühte Graf die Bildsprache. „Vorne wie hinten war unser Spiel von vielen uneffektiven Einzelaktionen geprägt. Zu den wenigen klar herausgespielten Chancen kommen noch zwei vergebene Strafwürfe hinzu. Dann reicht es am Ende eben nicht.“

Es habe aber auch das nötige Glück gefehlt, sagte sie, um ein solches Spiel noch einmal zu drehen. „ Einfache individuelle Fehler überwiegen in den Abschnitten, in denen wir nochmals näher herangekommen waren.“ In der ersten Halbzeit habe das Team bei drei eigentlich einfachen Gegenstöße den Ball nicht ins Tor bringen können. „Somit mussten wir mit einem Rückstand von fünf Toren in die Pause gehen. Das war dann so nicht mehr aufzuholen“, so Graf.

„Hauenstein/Rodalben war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Das erkennen wir problemlos an“, fuhr Graf fort. Wichtig sei ihr aber, dass sich die HR als zweiter Sieger fühlen dürfe, wie es der Präsident des Pfälzer Handball-Verbandes, Friedhelm Jakob, in seiner Rede genannt habe, und nicht als Verlierer. Graf: „In ein Finale zu kommen, sehe ich als überaus respektable und lobenswerte Leistung unserer Mannschaft an. Wir sind nicht übermäßig deprimiert. Der Favorit hat in einem Finale ein Heimspiel bestreiten können und auch verdient gewonnen. “

So spielten sie:
Steinbach, Eisen (n. e.) – Setzer (4 Treffer), Schwarz, Graf (6/6) – Herrmann (1), Schafar (1) – Ecker; Kohlmann, Ludwig

Michael Hehn, Rheinpfalz vom 10.12.2018